Wenn das Herz wählt und die Freude fließen möchte ...

Es gibt Zusammentreffen, bei denen man - manchmal erst später - einfach weiß: Das war ein wichtiger Moment! Da hat mich eine andere Seele an etwas erinnert, was ich vergessen oder in dieser Zeit gebraucht habe. Meine Seele führte mich hin, die andere inspirierte mich.

 

Bestimmt hast Du auch schon solche stärkenden Seelen-Begegnungen erlebt, die einfach spürbar tiefere Spuren hinterlassen haben, als andere?

 

 

Heute erzähle ich Dir von zwei bestimmten Erlebnissen in 2016, die mich beflügelt haben, mich stärker mit meiner ART (Kunst) zu zeigen.

  

Ich male schon seit vielen Jahren, habe aber lange nicht gewagt, meine Bilder auch außerhalb von Familien- oder Freundeskreis zu zeigen. Die eine oder andere stärkere, emotionale Reaktion auf ein Bild durfte ich in den letzten Jahren auch schon beobachten - trotzdem dauerte es ganz schön lange, bis bei mir genug Mut angewachsen war, um einen ersten größeren Schritt zu tun.

 

Zurückblickend könnte ich einige Begebenheiten aufzählen, wo mich meine Seele ermunterte und bestärkte, meine Freude am Malen weiterzutragen, doch das ist Stoff für andere Blogartikel. Heute bleibe ich mal erzählerisch im Jahr 2016, in dem ich zwei für mich besondere Seelen-Begegnungen hatte, die mir einen richtigen Schub gaben, so dass ich mich an diese neue Website mit Shop wagte, auf der Du heute diese Geschichte liest.

 

Kommen mal wieder Zweifel hoch, erinnere ich mich an diese Begegnungen. Sie stärken mich noch heute von innen heraus. Wie ein Lagerfeuer in kühler Nacht wärmt mich dann die tiefe Freude, die ich immer noch daraus spüren kann.

Das erste Mal als ausstellende Künstlerin

Bei uns in der Nähe gibt es ein altes, sehr großes Gehöft, das wunderschön ist und auf dessen Gelände Künstlermärkte,

Pflanzenmärkte, Festivitäten und Aufführungen aller Art stattfinden. Ich bin dort sehr gerne dort, denn das Ambiente ist ganz besonders.

 

Im Jahr 2016 meldete ich mich mein bisher erstes Mal als Ausstellerin auf einer Veranstaltung in diesem Gehöft an. Für mich ein sehr mutiger Schritt! Ich war vorher wochenlang um die Anmeldung herumgeschlichen. 

 

Es war kein klassischer Künstlermarkt, sondern das Motto war eher "Ökologie, Essen und Kunsthandwerk". Alles in allem war es zwar ein sehr anstrengendes Wochenende - leider bei plötzlich kaltem, verregnetem Wetter - aber ich war in einem der alten Ställe mit den Bildern trocken untergebracht. Ich hatte dort viele schöne Begegnungen und machte viele wertvolle Erfahrungen. In jeder Hinsicht! Und erlebte eben auch die zwei ganz speziellen Begegnungen.

 

Ich war mit meinen Bildern gegenüber von einem Alpaka-Bekleidungshersteller und zwischen einer Öko-Samen-Händlerin und einem irischen Mann, der irische Pullover und Kopfbekleidung anbot, eingebettet. Meine Aufbauten hatte ich so gewählt, dass ich mich auch hinter einem kleinen Paravent zurückziehen und auf einen Stuhl setzen und zwischendurch verschnaufen könnte. Zu meinen Bildern hatte ich eine Erläuterung gehängt "Man sieht nur mit dem Herzen gut…" und dass ich ermuntern möchte, die Bilder nach Gefühl auszuwählen.

Die bunten Reaktionen der Menschen

So bekam ich hinter dem Paravent auch oft mit, was die Leute über meine Bilder sagten. Die meiste Zeit stand ich jedoch vor oder neben meinem Stand und beobachtete die vielen Menschen, die langsam vorbeischlenderten.So bunt die Menschen sind, so bunt waren auch die Reaktionen. 

 

Mir fiel zum einen auf, dass besonders Kinder stark auf meine Bilder reagierten. Es kamen begeisterte Ausrufe über die Farben, das Glitzern, und oft wollte ein Kind eines der kleineren Bilder gerne haben. Die meisten Erwachsenen reagierten so, dass sie ihren Kindern sagten, "Ja, schön - aber das kannst Du doch auch selbst malen!". Hie und da trat ich dann dazu und sprach ein bisschen mit den Kindern und ihren Eltern und ermunterte sie ebenso, selbst zu malen. 

 

Manchmal waren die Kinder aber auch ganz verschreckt, wenn ich hinter meinem Paravent hervorlugte - als ob die Hexe aus dem Hexenhäuschen gucken würde :-). 

 

Eine Frau sagte: "225 Euro? Wer soll denn für so was 225 Euro zahlen?" Ich -gerade hinter dem Paravent- war zwar schon betroffen, aber insgesamt auch sehr überrascht, dass es mich diesmal nicht bis ins Mark erschütterte. Noch vor ein paar Jahren wäre das passiert. Aber so saß ich da, schluckte und dachte, nun gut, es muss nicht jedem gefallen - mich sprechen auch nicht alle Dinge an, die mir begegnen. Es war übrigens das Bild mit dem Tropfen (oben an der Säule aufgehängt) gemeint.

Ich erinnere mich auch an einen Herrn, der mich fragte: "Und das ist jetzt wohl neumodische Kunst, ja?" Ein bisschen wirkte er auf mich wie ein strenger Lehrer. Ich antwortete, "Nein, das ist einfach meine Herzens-Kunst". "Soso, Herzenskunst, na ja, schön-schön…" meinte er noch und ging wieder weiter.

 

Allein diese bunten Reaktionen der Menschen zu erfahren, war eine sehr gute Übung für mich. Auch, um damit zu sein und bei mir zu bleiben.

 

Doch jetzt zu den zwei besonderen Seelen-Begegnungen! Sie wärmen mir noch heute das Herz, wenn ich mich daran erinnere und diese zwei Erfahrungen waren genau das, was ich brauchte, um weiterzugehen mit meinen Ideen und Impulsen.

 

Mein berührendes Erlebnis Nummer 1 ist:

Die Farben für das Seelen-Herz

Da stand ein kleiner Junge - vielleicht 8 Jahre alt - der begeistert auf die Bilder zeigte (die kleinen, in der Größe 20 x 20cm) und der Mutter aufgeregt zurief : "Mama, DAS will ich haben- ich hab doch noch Geld übrig, und das kann ich mir doch kaufen!". Die Mutter sagte freundlich zu ihm, er könne das doch auch selbst malen. Er antwortete "Ja, schon, aber…." -- in dem Moment lächelte ich hinter dem Paravent hervor und dieser Junge fuhr nicht erschrocken zurück, sondern lächelte zurück und ließ sich auf ein kleines Gespräch mit mir ein. 

 

Seine Mutter unterhielt sich dann auch mit mir und im Verlauf erzählte ich, dass ich früher immer "ganz genau abzeichnen wollte" - so, wie ich es auch in der Schule gelernt hätte- und irgendwann begriffen habe, dass es mir darum geht, "es von Innen herausfließen" zu lassen. Mich selbst überraschen lassen, was entsteht oder erlauben, dass das, was ich male, vielleicht mit dem Bild, das ich vorher innerlich hatte, dann doch nicht mehr so viel zu tun hätte. Und das es einige Zeit gedauert hatte, bis ich in der Lage war, das zulassen zu können.

 

Oh, das würde sie gut verstehen, meinte sie dann. Sie erzählte mir, dass sie Klavier spielen würde und es Menschen gäbe, die "aus dem Bauch heraus" spielen können- und sie würde das auch so gerne können, aber "ich habe bisher nur gelernt, nach Noten zu spielen". 

 

Das fand ich einen faszinierenden Vergleich!

 

Der Junge betrachtete derweil weiterhin die Bilder und kam immer mal wieder zur Mutter, um daran zu erinnern, dass er so gerne das Bild haben möchte!

Was für eine starke Seele!

Ich zog mich dann diskret zurück, damit die Familie das klären konnte und beobachtete das Geschehen vom Stand meines irischen Nachbarn aus. Der Vater kam dann auch noch dazu und es war für mich sehr erstaunlich, zu sehen, dass die Eltern zwar mit ihrem Sohn diskutierten, aber nicht versuchten, ihn weiterzuziehen oder die Sache einfach abzuwürgen. Und der Junge verhandelte und argumentierte und deutete mal auf das eine, mal auf das andere Bild. Ich glaube, sie standen da volle 15 Minuten und verhandelten! Ich dachte mir nur "Was für eine starke Seele, der Junge!". Er wurde nicht patzig oder zu laut zu den Eltern, aber gab auch nicht nach in dem Wunsch, ein Bild zu bekommen!

 

Schließlich signalisierte mir die Mutter ein Ergebnis und sie sagte mir: "Also, wir nehmen dann das" (Mein Blick fiel auf den Jungen, der mit schmollendem, enttäuschtem Gesichtsausdruck daneben stand). "Da ist er jetzt zwar nicht so begeistert, aber es soll ja auch dazu passen, wo es hängen wird" sagte sie noch.

Wir strahlten alle Drei

Ich holte einen Moment Luft - und sagte dann freundlich aber vorsichtig zu ihr "Hm, sie sehen ja, dass ich das Motto "Man sieht nur mit dem Herzen gut" zu den Bildern beschreibe. Ich verstehe gut, dass die Bilder zur Einrichtung passen sollen, das ist mir auch oft wichtig - aber manchmal, da kann es sein, dass das Herz in dem Moment einfach eine andere Farbe möchte…." .

 

Die Frau zögerte einen Moment und sagte dann " Naja, ehrlich gesagt, gefällt MIR dieses Bild eben auch besser".

 

In dem Moment machte etwas "klick" in mir und ich sagte spontan: "Und wenn sie zwei Bilder nehmen und ich lasse ihnen bei jedem Bild 5 Euro nach?" Da überlegte sie kurz und sagte lächelnd "Ach, wissen Sie was - das machen wir!"Im gleichen Moment fing der Junge wieder zu strahlen an und flitzte zum Paravent, um sich das Bild herauszusuchen, das sein Herz gewählt hatte. Als ich alles einpackte, strahlten sie beide vor sich hin. 

 

Wir strahlten alle Drei - weil ich auch mitstrahlte!

 

Ich bekomme heute noch Gänsehaut wenn ich an diese Situation denke und ich fühle tiefe Freude!

 

Und hier mein berührendes Erlebnis Nummer 2:

Malen - nur für unsere eigene Freude

Ein Mann um die 60 - er hatte eine rote Jacke an- stand eine ganze Zeitlang vor meinem Stand und sagte dann zu mir: "So schöne, farbenfrohe Bilder malen Sie"! Ich dankte ihm, und stellte mich zu ihm und er sagte, er sei jetzt erst in Rente gegangen, und er hat auch Acrylfarben und alle Utensilien zu Hause und malt gerne, "…aber nicht so schöne Bilder, wie Sie"! (Ich bin direkt ein bisschen zusammengezuckt). Da habe ich ihm erzählt, wie lange ich gebraucht habe, vom in der Schule erworbenen "ich muss ganz genau zeichnen, wie ein Foto" wieder loszulassen und einfach drauf los zu malen. Mit Risiko :-). Wie ich manchmal einen Impuls dann habe, dem Bild noch etwas hinzuzufügen und dann eine innere Stimme ruft "Oh nein, sonst machst Du das Bild wieder kaputt" - aber ich folge lieber diesem tieferen Gefühl, das mir den Impuls übermittelt hat und dann - sieht das Bild plötzlich so schön aus! Ich freue mich dann so darüber! Und dass der stärkste Kritiker in uns selbst sitzt. Und es doch zunächst nur auf unsere eigene Freude beim Malen ankommt, dass diese wieder ins Fließen kommt…..! Ich bat ihn, einfach für seine eigene Freude zu malen, ganz egal, wie die Bilder anfangs aussehen mögen….. Er sagte zum Schluss, ja, das würde er gerne tun.

 

Dieses Gespräch hat mir ebenso große Freude bereitet! Ich hatte in dem Moment den starken Impuls, dass ich Menschen inspirieren möchte, ihren kreativen Fluss zu erlauben - in meinem Fall mit den Regenbogenfarben, die ich selbst so liebe.

 

Mal ehrlich: Wann haben wir denn bisher gelernt, nur für unsere eigene Freude zu malen?

Malen für meine Seelen-Freude

Diese zwei Begegnungen an diesem Wochenende haben mich sehr tief berührt. Und es hat mir selbst so sehr geholfen, mutiger zu werden, was meine Kreationen angeht: Aha, es gibt also doch Menschen, die sich von meinen Bildern sehr bewegt fühlen. Es gibt sie da draußen!

 

Es ist nicht die Masse - wie ich auf diesem Markt eindrucksvoll erkannte und wir dürfen erst zueinander finden. Aber ja: Sie sind da!

 

In den nächsten Monaten gab mir das unter anderem den Mut, die nächsten Schritte zu gehen. Und Anfang 2017 habe ich Schritt für Schritt begonnen, diese Website zu basteln und zu füllen und ich bin immer noch mittendrin.

 

Meine Acrylbilder male ich zunächst immer für mich und zu meiner eigenen Freude. Seelen-Freude! Schon viele Jahre vertraue ich dabei darauf, dass meine Seele gleichzeitig bereits verbunden ist mit der Seele, die sie später eines Tages erhält oder auswählt. Egal, ob das Wochen oder Jahre dauert. Trotzdem gibt es auch Bilder, die zunächst "stärker" erst einmal nur für mich sind. Sie bleiben dann länger bei mir oder begleiten mich eine Zeit lang in meiner Nähe, bis ich spüre, dass sie nun weiterziehen können, um jemand anderen zu begleiten. Es gibt auch Bilder, die möchte mein Mann noch nicht gehen lassen :-).

 

Wenn ich die Bilder, die ich zu meiner eigenen Freude gemalt habe, dann mit anderen teile oder sie verkaufe - und mir die Menschen ihre Freude darüber zeigen - haben wir unsere Freude potenziert! Wie schön das ist! 

Ein weiteres, wichtiges Geschenk

Diese Erfahrung mit der Mutter und ihrem Sohn hielt übrigens noch eine weitere interessante Demonstration und damit ein wichtiges Geschenk für mich bereit:

 

Von den Bildern in der Größe 20 x 20 cm hatte ich 20 Stück am Paravent hängen. Wenn ich sie in einer persönlichen Lieblingsreihenfolge hätte aufhängen sollen, wäre das Bild, das die Mutter gewählt hatte - an letzter Stelle gelandet! Tatsächlich hatte ich vor der Ausstellung sogar kurz überlegt, ob ich es überhaupt einpacken sollte! Etwas in mir zweifelte nämlich, ob dieses Bild wohl Gefallen finden würde.

 

Dieser Zweifel war jedoch ein Urteil in mir selbst. Genau das Bild war es nämlich, das sie so gerne haben wollte! Wow, was für ein Geschenk für mich!

 

Wir können ein Bild nach der Optik und der verwendeten Technik bewerten. Das ist eine Möglichkeit.

Es gibt aber auch die Schwingung, die darin enthalten ist. Alles Materielle ist letztlich mit Energie geformt worden. Energie unterschiedlicher Frequenzen. Mit unterschiedlichen Informationen, Potentialen und Facetten. 

 

Was bewegt mich? Was berührt Dich?

 

Entscheiden wir nach Kriterien unseres Verstandes oder hat unser  Seelen-Herz mittlerweile das letzte Wort bei gewissen Entscheidungen?

Keine Titel - stattdessen Vertrauen und Fühlen

Mir hat diese Episode ganz klar gezeigt: Ich kann nie wissen, was genau in diesem Bild den anderen berührt.

 

Wenn etwas den anderen berührt, bin ich dankbar und so teilen und potenzieren wir unsere Freude.

 

Aus diesem Grund bleibe ich auch meiner Entscheidung weiterhin treu, den Bildern keine Titel zu geben.

 

Was auch immer ich selbst fühle und sehe in meinem Bild - es heißt nicht, dass der Mensch bzw. die Seele, die es zur Begleitung wählt, das gleiche sieht und fühlt. Alles hat viele Facetten - auch (m)ein Bild. Die Inspirationen und Potentiale kommen ganz sicher beim anderen Menschen und seiner Seele an, wenn es gewählt wurde. Und darauf kann ich zutiefst vertrauen und - loslassen.

 

Natürlich benenne ich für mich die Bilder - damit ich sie auseinander halte bzw. in den Fotodateien wieder finde, aber für Ausstellung bzw. Verkauf gibt es keinen Titel.

 

Ich wünsche mir, dass Du fühlend auswählst und Dich erfreust und berühren lässt, so lange das Bild Dich begleiten darf. Und wenn es seinen "Auftrag" erfüllt hat, hoffe ich, dass Du es wertschätzend an jemand anderen weiterreichen wirst.

 

So inspirieren und erinnern wir uns immer wieder gegenseitig!

 

Und jetzt lade ich Dich ein, gemütlich durch meine Galerie zu schlendern!

 

Herzlich,

Elke Ulrike

PS:

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