Kreativität oder die Dates mit meiner Seele

Was ist kreativ? Wer bestimmt, wann jemand kreativ ist oder nicht? Ist sie eine besondere Gabe oder hat sie jeder irgendwo im Gepäck? Und wie sehen wir uns selbst: Halten wir uns für einen kreativen Menschen? Ich warne Dich am besten gleich vor: Das Wort kreativ kommt in diesem Artikel sehr oft vor. Mal als Hauptwort, mal als bewegtes Wort. Ich nenne es jetzt einfach einen Ausdruck dessen, dass es sehr viele Betrachtungsmöglichkeiten dazu gibt.

 

Mir begegnen immer wieder Menschen die zu mir sagen: „Ach, Du bist ja so kreativ, das, was Du da machst, das könnte ich gar nicht!“. Einerseits freue ich mich, wenn jemand sieht, dass ich kreative Neigungen habe und sich daran erfreut - andererseits war mir das früher sogar manchmal unangenehm, weil ich mich selbst gar nicht für so ungemein kreativ hielt.

 

Zumindest nicht in dem Sinne, in dem ich damals noch dachte, was kreativ sei bzw. wie es gesellschaftlich eingeordnet wurde. Sicher, ich habe schon als Kind viel gemalt und gebastelt und gestaltet und neugierig so manches ausprobiert. Und legt mir jemand einen Bastelkatalog  vor die Nase, da steigt ganz schnell ein Kribbeln hoch und ich würde alles mögliche daraus gerne ausprobieren! Würde - weil ich nicht alles unterbringe im Alltag. Die sogenannte kreative Ader ist in mir also sicherlich stärker ausgeprägt.

 

Es kommt allerdings auch sehr auf den Blickwinkel an. Jemand, der sein Leben lang nicht viel mit „künstlerischen Dingen“ zu tun hatte, erlebt jemand anderen, der mit Farben recht locker und spielerisch umgeht, als wahnsinnig kreativ.

Kreativität ist nicht immer das, was "ein Jemand" sich darunter vorstellt

Ganz ehrlich: Wenn ich in einer Gruppe Menschen eine kreative Aufgabe gestellt bekomme, und in einer bestimmten Zeit etwas "kreativ lösen" soll - geht bei mir erst mal weniger bis nichts mehr. Blockade. Bei solchen Gelegenheiten fühlte ich mich manchmal wie beim Spaziergang tief unter Wasser. Ich bekam dabei eine Ahnung, was es bedeutet, täglich kreativ sein zu müssen. Unter Zeitdruck z.B. Texte entwickeln oder tolle Konzepte oder Blumenarrangements zu erstellen. Puh. Vielleicht doch ganz gut, dass ich nicht so einen Beruf erwischt habe? Vielleicht würde es den "Zauber der Kreativität" ja abnutzen?

 

Wo ich doch mit meinem erlernten Beruf Zeit meines Lebens immer wieder haderte, weil er nicht zur kreativen Kategorie gehört und mir bestimmte kreative Dinge sehr fehlen. Die andere Seite jedoch ist, dass ich hier dafür gelernt habe, dass in der Kommunikation mit Menschen eine Menge an Kreativität nötig ist -und Feingefühl gar nicht genug sein kann. Auch für das Lösen von Problemen oder für das Organisieren im Alltag. Ich habe im erlernten Beruf so einige Facetten von Kreativität entdeckt und vor ein paar Jahren sogar eine Stelle bekommen, in denen ich nun etwas kreativer als bisher arbeiten kann. Jedenfalls nach dem, was für mich "kreativ" bedeutet.

  

Nichtsdestotrotz sind es Ableger oder Facetten von Kreativität  in meinem erlernten Beruf -mehr, als ich irgendwann erwartet hatte- trotzdem aber für mich in meinem Lebensweg nicht ausreichend. Weshalb ich ja schon lange Teilzeit arbeite und damit etwas mehr Raum gewonnen habe, diese Seite anders auszuleben.  Ich glaube, Kreativität ist nicht immer das, was "ein Jemand" sich darunter vorstellt. Sie ist sehr viel facettenreicher und vielschichtiger und kann sich in vielerlei Verkleidungen -ganz kreativ!- präsentieren. 

Kreativität und Erwartungs-Rahmen

Im Wikipedia ist beschrieben:

  

„Der Begriff Kreativität geht auf das lateinische Wort creare zurück, was so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“, aber auch die Nebenbedeutung von „auswählen“ hat. Der Begriff enthält als weitere Wurzel das lateinische crescere, das „geschehen und wachsen“ bedeutet. Diese Doppelgesichtigkeit der Kreativität zwischen aktiven Tun und passivem Geschehen-Lassen findet sich auch in modernen Kreativitätskonzepten.“

 

Die landläufige Meinung scheint häufig zu sein,  das kreativ mit Farben und Schönen Dingen zu tun hat. Nun gut, dann mag ich natürlich erst mal das Klischee sehr gründlich bedienen. Aber lass uns mal einen weiteren Blick darauf werfen, okay?

 

Leider wurde vielen von uns bereits in der Kindheit erzählt, sie seien nicht kreativ oder nicht künstlerisch begabt.  Bei anderen wurden aufkommende kreative Schübe gar im Keim erstickt, weil die Bezugspersonen selbst (auch) nichts damit anfangen konnten. Oder das, was wir kreativ geschöpft haben, passte nicht in den Erwartungs-Rahmen der an uns gestellt worden war, wie das Endergebnis aussehen sollte. Zum Beispiel, als ich "sehr kreativ" meinen Teddybären fertig gestrickt hatte (das kannst Du in diesem Blogartikel nachlesen). Sicherlich hatte ich nicht die richtige Technik verwendet - aber mit meiner eigenen Kreativität wurde der Teddy ja trotzdem fertiggestellt. 

 

Solch ein in der Kindheit geprägter GLAUBE kann sich ganz schön eingraben und innere Türen für lange Zeit zuwerfen, finde ich.

  

Wer entscheidet also, was kreativ ist? Gibt es "die eine, bestimmte Kreativität" überhaupt? Welche Bedeutung hat es hier und welche dort? Wo wurde die kreative Ader gefördert, so dass sie sich entwickeln und entfalten konnte? Wo wurde sie erstickt? Wo hätte sie mehr Vertrauen und Zuspruch gebraucht, so dass sie sich öffnen konnte? Kann man sie überhaupt erklären - oder lässt sie sich besser fühlen? Kann man sie einfach "anwerfen" auf Knopfdruck? Also, ich jedenfalls nicht. 

 

Die Sache mit dem "etwas neu schöpfen" und "geschehen und wachsen lassen" hingegen, die kann ich gut verstehen. Manche Bilder brauchen Wochen, bis ich sie fertig male. Weil irgendetwas  fehlte und ich erst weitermache, wenn der Impuls zu mir durchgedrungen ist. Erwartungs-Rahmen hin oder her: Fertig ist das Bild heute erst, wenn ich es selbst sage :-). 

Druck? Danke, hier lieber nicht.

Von Walt Disney heißt es, er hätte einen weiß gestrichenen Raum mit nur einem Stuhl gehabt, seinen "Kreativraum". In dem hätte er sich erlaubt, nur Ideen zu entwickeln und waren sie noch so verrückt. (Kritik und Umsetzung hatten jeweils einen anderen Raum, was sehr sinnvoll ist, aber das ist ein anderes Thema). Für mich klingt das nach Freiheit! Da atmet etwas in mir auf und freut sich! Da fällt das Gefühl von Druck sofort von mir ab.

 

Für mich war und ist unter Druck meist kontraproduktiv für meine kreativen Ader. Weshalb es mir sehr wichtig ist, gut freien Raum zu haben, wenn ich frei und fließend malen möchte. Druck gibt es an so vielen Stellen in unserem (Berufs-)Leben, daher sage ich im Bereich meiner Farben und Gestaltungen zu ihm:  "Danke, hier lieber nicht".

 

Mit etwa 10 Jahren war ich mit meinen Eltern auf einem Markt im Hof eines Schlosses. Es war ein Malwettbewerb für Kinder ausgerufen. Und ich fühlte mich ganz elektrisiert und wollte so gerne mitmachen! Es gab allerdings eine Zeitvorgabe an diesem Tag.

Ich habe unglaublich lange gebraucht, um auf die Idee zu kommen, was ich malen möchte - und als ich sie dann hatte, hat die Zeit nicht gereicht. Ich musste dann schnell malen. Wurde weder bejubelt, noch habe ich einen Preis gewonnen. Wenn ich heute daran denke, fühle ich wieder das Druckgefühl (so, wie es sich anfühlt, wie ich eingangs erzählt hatte)und Enttäuschung und Wertlosigkeit. Nur leicht, aber spürbar. Schon damals war ich wie ausgebremst, weil Zeitdruck entstand. Und: Weil ich links und rechts schielte und sah, was die anderen Schönes malten. Heute weiß ich mehr über mich und meine kreative Ader und was sie braucht, um fließen zu können: Frei von Wettbewerb, frei von Zeitdruck (ok, ein bisschen verkraften wir mittlerweile :-)) und den Blick auf die eigene Mitte gerichtet, statt sich mit anderen zu vergleichen.

 

Mir fällt noch ein Beispiel aus der Schule ein: Ich habe Deutsch geliebt und gerne Geschichten und Erörterungen geschrieben. Wenn ich einen Aufsatz schreiben sollte (wollte!) habe ich manchmal eine halbe Stunde gebraucht, bis mir die ersten Sätze für den Anfang eingefallen sind. Wie bei einem Damm, der unter Druck steht - es dauerte bis er gebrochen ist und dann ist es aber sowas von geflossen! Allerdings hat mir damals auch noch niemand gesagt, dass ich einfach mal drauf los schreiben könnte und den Aufsatz dann Stück für Stück zusammenbauen. Wir mussten "Einleitung - Hauptteil - Schluss" schreiben. Und natürlich zusammenhängend. Moment mal! „Damals“ haben wir ja auch noch mit Füller auf das Blatt geschrieben und durften keinen Löschstift verwenden. Als ich irgendwann Schreibmaschine gelernt hatte, und es immerhin eine Korrekturtaste gab, war die Zeit der Aufsätze und Geschichten vorbei. -Dort, wo ich arbeite, schreibt man keine Romane.

Wie meine Kreativität durch den Computer leichter fließen kann

Allein dafür liebe ich heute das Computerzeitalter: Gerade diesen Artikel habe ich nämlich genau so geschrieben: Einfach mal losgelegt, einer Ahnung folgend, fließen lassen, was so zu dem Thema heraus möchte aus meinen Tiefen- und dann vorne, hinten oder in der Mitte hinzugefügt, bis es den Sinn ergibt, den ich als Gefühl längst in mir hatte. Wirklich, ich liebe die Möglichkeiten, die ich mit Computer und iPad habe! Meine Kreativität kann damit einfach freier und besser fließen!

 

Briefe schreibe ich daher kaum mehr mit Stift. Ich weiß, dass viele Menschen bemerken, sie würden herzlicher schreiben, wenn sie mit der Hand schreiben. Bei mir ist es einfach etwas anders: Mein gefühlsmäßiges Schreiben fließt einfach besser, wenn ich auf der Computertastatur schreiben kann! Mein Schreiben ist deshalb nicht weniger von Herzen - im Gegenteil. Ich kann mich voll auf das einlassen, was "fließt"  und um die Rechtschreibung und Satzgestaltung kann ich mich dann später kümmern. Meine Handschrift ist nur schön, wenn ich auf kariertem Papier mit dickem Stift schreiben kann, aber das halte ich bei einem 7-Seiten-langen-Brief nicht durch. Das langsame(re), „krakelige“ Schreiben, bei dem mir spätestens ab Seite 3 die Hand weh tut, bremst mich eher aus. Also auch hier: Ich kann besser „fließen lassen“ und das Schöne ist, all das wurde mir, während ich diesen Artikel schreibe, selbst erst so richtig deutlich! 

   

Jeder hat meiner Meinung nach seine ganz eigene Art von Kreativität und wie diese sich am besten entfaltet.

  

Ich bin sehr viel lockerer, wenn ich keine heftigen Zeitvorgaben habe. Jemand anders braucht hingegen vielleicht den Zeitdruck, das bestimmte Zeitlimit, damit er in die Gänge kommt, damit sich seine Kreativität aufschwingt und dahin schießt wie ein Pfeil durch die Luft.

 

Viele Menschen malen mit Erdtönen, in Grautönen, schnitzen in Holz oder schrauben und schweißen mit Metallteilen, gestalten mit Pappmaché oder kochen und backen mit all ihrer Leidenschaft.

Bitte die bunten Regenbogenfarben und Gold und Glitzer für mich - immer wieder!

Meine eigene Kreativität möchte sich hingegen mit bunten Farben ausdrücken. Ich liebe die Natur und ich sehe natürlich, wie die gedeckten oder dunklen Farben auch dort die buten Farben erst zum Leuchten bringen und umgekehrt. Wenn ich selbst gestalte, geschieht es trotzdem hauptsächlich mit den bunten Regenbogenfarben. Egal, ob ich leuchtende Blüten fotografiere oder Acrylbilder male: Es sind leuchtende Farben daran beteiligt. Ich liebe das und mein ♥Herz schlägt dafür und lacht damit.  

 

Diese Klarheit hat sich auch erst entwickelt, weil ich viele Dinge ausprobiert habe - es gab längere "Try-and-Error-Phasen":

  • Als Kind habe ich mir Farbstifte vom Christkind gewünscht. So sehnlich. Und das Christkind hat sie mir geschenkt! Ich bekam „36 Filzstifte“- in allen Farbschattierungen - und natürlich allen Regenbogenfarben. Wenn ich heute in einen Laden mit Farben und Bastelmaterialien gehe und an den Wänden die aufgereihten Regenbogenfarben sehe, macht in mir immer wieder etwas auf: Es fühlt sich ziemlich genau so an, wie das Gefühl, als ich die 36 Filzstifte vom Christkind bekommen habe. Ich würde am liebsten alle Farbflaschen dann einpacken und malen, malen, malen...
  •  Seit ich denken kann, kommt in mir Freude und Begeisterung auf, wenn ich einen Regenbogen am Himmel sehe. Wenn es gewittert und es regnet und die Sonne im Westen scheint, laufe ich los zur Ostseite unseres Hauses und freue mich immer wieder wie ein Kind über den Regenbogen. Ich habe schon viele gesehen: Doppelte, zarte, leuchtende, weit übers Meer oder die Wiesen gespannte. In Deutschland und an anderen wunderschönen Orten auf der Welt: Immer wieder kann ich mich darüber zutiefst freuen. Und dass ich das noch immer kann, dafür bin ich sehr dankbar.
  • Sehe ich Regenbogentücher -gebatikt oder gestrickt, gehäkelt oder genäht- würde ich sie mir am liebsten um den Hals schlingen - obwohl nicht alle Farben der Palette mir wirklich so gut zu meinem Teint stehen :-).
  • Mein Vater hat Holzbildnisse, Schalen und Madonnen geschnitzt - auch ein bisschen Ölbilder gemalt und war handwerklich sehr fit. Er hat nicht nur gemauert und Fliesen verlegt - nein, er hat auch Tische oder Blumenuntersetzer mit Fliesenmosaik verziert. Er hat mich sowohl den Umgang mit Hammer, Nagel, Säge und Bohrmaschine gelehrt als auch erste Schritte in der Schnitzkunst. Das Handwerkliche habe ich beibehalten - das Schnitzen wieder bleiben lassen
  • Es gab 10 Jahre, wo ich immer wieder sagte „ Ich möchte unbedingt einen Töpferkurs machen“! Als ich ihn dann endlich gemacht habe, war es ........nett. Abgehakt. Ich erkannte nämlich: Das Formen des Tons mit den Händen hat mir gut gefallen, aber ich brauche etwas, wo ich mit Farben arbeiten kann. Mit sofort sichtbaren Farben! Es ist zwar schon spannend gewesen, die geformten Objekte einzupinseln und sich dann überraschen zu lassen, wie sie später aus dem Ofen kommen - aber mir fehlte die Freude an der unmittelbaren Farbe. 
  • Es gab eine Zeit der Salzfiguren (die ich bunt anmalte), der Weihnachtssterne (in bunten Farben), ich malte Seidenbilder und Krawatten (in leuchtenden, bunten Farben) und machte Schmuck aus Fimo (weniger farbig, aber mit glitzernden Steinen und goldenen Verzierungen). Ich goss Gipsgesichter (die ich bunt anmalte) und versuchte mich am Aquarellmalen. Ich gestaltete Fliesenmosaike - ok, die sind in langjähriger Warteschlange mittlerweile,  sind noch nicht vom Tisch, aber ich bringe sie momentan zeitlich nicht unter - und malte farbige Verzierungen an Wände. (Leider haben wir nicht genug Wände im Haus, wo ich mich kunterbunt ausleben könnte, außerdem hat mein Mann auch bestimmte Vorstellungen von seinem ZuHause :-) ).  

Es brauchte also viele Erlebnisse und Versuche, bis mir klar war, dass ich am liebsten mit kräftigen Farben male.

 

Die Dates mit meiner Seele

Ich möchte damit nicht nur etwas tun, "was ich gelernt habe und deshalb kann und beherrsche" - sondern das, womit etwas in meinem Inneren schwingt und vibriert und das ausgedrückt werden möchte. Und das braucht -für mich- ein Innehalten, ein Einschwingen auf dieses Innere und ein ständiges in Verbindung bleiben mit dem, was sich an Gefühlen damit zeigt. Ich habe Lebensräume, in denen gibt es Regeln und Abläufe, an die ich mich halten muss (da suche ich mir kreative Möglichkeiten) - aber beim Malen mit den Farben darf ich frei fließen lassen und mit meiner Seele schwingen. 

 

Und damit betrete ich jetzt einen Bereich, den ich mit eigenen Worten möglicherweise nur unzureichend beschreiben kann, wohl wissend, dass diese Worte sowieso nur Wegweiser sein können: Die eigentliche Kommunikation findet dann auf der Ebene unserer Seelen statt.

  

Meine Regenbogenquelle ist für mich sinnbildlich die kreative Quelle in mir. Aber eine Quelle, die mit der tiefsten Mitte meines Seins verbunden ist, der Schöpfungsquelle an sich. Meine Regenbogenquelle ist für mich der Bereich, aus dem ich meine kreativen Ideen schöpfe, in den aber auch umgekehrt alles, was ich „hier auf dem Planeten Erde“ gestalte und schöpfe und mit all meinen Sinnen erfahre,  dorthin zurückfließt. Und von dort wird die Essenz dieser Sinnes-Erfahrung von meiner Seele aufgenommen. Das Wichtigste aus dieser Erfahrung, die Weisheit daraus.

 

Ich bin zutiefst überzeugt, dass diese sanfte, schwingende Freude, die ich beim Gestalten mit meinen Regenbogenfarben fühle, die Freude meiner Seele ist. Es sind Dates mit meiner Seele. Mein ♥Herz fungiert dabei sozusagen als der Dolmetscher: Es übersetzt in die eine gemeinsame Sprache, die meine Seele und ich wahrnehmen können: Tiefes Fühlen. Die Ebene der Kommunikation, die nichts mit unseren menschlichen Worten zu tun hat. Die schlichtweg auf Fühlen und „Schwingungsfrequenz“ beruht - und damit kann das kreative, stille Gestalten, bei gleichzeitiger innerer Achtsamkeit zu einer wunderbaren Zwiesprache mit der eigenen Seele werden. Eine Unterhaltung, die im Fühlen stattfindet und bei der das Malen zum Ausdruck von Gefühlen oder dieser stattfindenden Unterhaltung wird. 

 

Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich nicht malen kann, wenn jemand im Raum ist und sich dabei mit mir unterhalten möchte. Ich höre sogar nur hin und wieder Musik beim Malen - aber Unterhaltung mit jemand anderem dabei geht gar nicht. Meinem Verstand (der eh fast immer redet) muss ich ja nicht zuhören, und der erwartet auch keine Antwort :-), aber eine andere Person zum Plaudern - klappt nicht.

 

Für mich ist das stille, kreative Malen eine wunderbare, feine und völlig unspektakuläre Art, mit meiner inneren Quelle in Kontakt zu treten. Es braucht Raum, Stille, Achtsamkeit und ist losgelöst von starren Regeln oder Mustern. Mir bedeutet es sehr viel in meinem Leben. 

Wie drückst Du die Freude Deiner Seele aus?

Manchmal habe ich Bilder gemalt, die mich noch so bewegt haben, dass ich sie erst noch zwei oder drei Jahre bei mir behalten habe, bis ich bemerkt habe: Jetzt ist der Austausch vollbracht, jetzt dürfen (und wollen!) sie in die Welt hinaus. Ein andermal genieße ich einfach, was sich entwickelt und welche Impulse ich bekomme, wie ich weiter malen mag - und bin im Vertrauen, dass bereits jetzt ein Bild entsteht, für das sich unsere Seelen (vielleicht Deine?) längst verabredet haben: „Eines Tages, treffen wir uns in diesem Leben und dann wartet genau dieses Bild auf Dich, um Dich zu inspirieren“. Und dann gibt es das Bild, das vielleicht einfach nur „Lebensfreude“ in die Welt schwingt.

 

Ich kann mich noch an Situationen erinnern (es ist eher ein Erinnern der Gefühle), in denen ich als Kind mit Begeisterung ein Bild gemalt habe und es dann Erwachsenen gezeigt habe - und ich habe genau gespürt, dass die Begeisterung beim Gegenüber entweder nicht so echt oder eben nicht vorhanden war. 

  

Vor einigen Jahren hat mir in meinem Beruf ein Kind ein Bild mit den Worten überreicht: „Da, das hab ich für Dich gemalt“. Und ich sah in die leuchtenden Augen und dann wieder auf das Bild - auf dem ich rein gar nichts erkannte, mein Verstand fragte in mir "was ist das?" - und verstand auf einmal die Erwachsenen aus meiner Kindheit: Die Begeisterung desjenigen, der fühlt, was er in dieses Bild gelegt hat - die Gefühle sind in dem Bild wie Symbole und Anker verwoben und derjenige weiß und fühlt das genau - aber der Betrachter mag in dem Moment etwas ganz anderes sehen - und ist vielleicht gerade nicht in der Lage, das gleiche zu fühlen. Fühlt vielleicht sogar etwas völlig anderes. Weil die Frequenzen vielfältig sind. Weil die emotionalen Themen anders sind. Oder weil ein paar innere Türen verschlossen wurden.  

 

Ich habe mich dann auf das Leuchten in den Augen des Kindes konzentriert und mich darüber sehr gefreut und mich für das Bild bedankt - und hoffte, die Botschaft ist ebenso angekommen.

 

Ein Bild braucht nicht zwingend eine „erkennbare Form“, wenn es doch in erster Linie auf das Gefühl, das transportiert wird, ankommt. Nun gibt es aber eben Menschen, denen eine erkennbare Form hilft, die Gefühle darin besser zu erkennen. Und andere brauchen die bestimmte, zu benennende Form eben nicht. Erinnert Du Dich noch an Musikkassetten? Und Musik-CD‘s? Spielt es denn eine Rolle, ob die Kassette oder Scheibe supertoll gestaltet ist, wenn es doch nur auf die Musik ankommt? Und doch gibt es bestimmt auch Käufer, denen die äußere Gestaltung, die Verpackung, trotzdem sehr wichtig ist. 

  

Also kann es Bilder geben, die das Auge UND das Herz erfreuen. Es kann auch Bilder geben, bei denen das Auge "nein danke" ruft, aber das Herz sich voller Freude und Sehnsucht öffnet. Oder Bilder, bei denen das Auge „WOW ist das toll“ meldet - aber das Herz eher unbeeindruckt bleibt.

   

Die Kunst ist also wie dein Kommunikationsangebot: Ob es angenommen wird und auf welche Weise eine Kommunikation stattfindet entscheiden unser Herz und unsere Seele. Wie klingt das?

 

Bist Du also kreativ oder nicht? Und wer entscheidet, was kreativ ist? Bist Du jemand, der gerne zusammenbaut oder formt oder näht, gräbt, erntet strickt? Wie drückst Du die Freude Deiner Seele aus? Was bringt Dein Herz zum Schwingen? 

Fang an! Deine Seele freut sich auf Dich!

In meinem Leben spielen Farben eine große Rolle, weshalb ich erst einmal auf diese Weise frage:

  • Hast Du schon als Kind gerne mit Farben gestaltet - es bis heute aber vergraben?
  • Kommt jedesmal, wenn Du etwas malen möchtest, eine Stimme, die in Dir nörgelt „Ach, was willst Du denn mit dem Gepinsel? Du bist eh nicht kreativ genug!“ ?
  • Wird Dir jedesmal, wenn Du schöne Farben siehst, warm im Bauch und Du würdest am liebsten malen - tust es aber nicht?
  • Hast Du scheinbar nie genug Zeit im Alltag, um dieser Sehnsucht zu folgen?

Was meinst Du: Vielleicht bist Du genau deswegen in diesem Artikel gelandet?

Kannst Du in Erwägung ziehen, Dir jetzt selbst Deine Erlaubnis zu geben? Ja?

 

Also dann lauf bitte los und hol Dir Farben! Es spielt keine Rolle, wie dein gemaltes Werk aussieht und ob es irgendjemandem in Deiner Umgebung gefällt:

 

Wichtig ist nur, dass Du Dir selbst erlaubst, zu den Farben zu greifen und zu malen. Dieser Sehnsucht zu folgen und die ersten Schritte zu tun. Warte nicht länger! Fang an! Deine Seele freut sich auf Dich! Das ist die schönste Wellness, die Du Dir schenken kannst!

 

♥Es ist das Sehnen Deiner Seele, die Dich berühren möchte!

 

♥Es ist ihre tiefe Lebens-Freude, die durch die Farben fließen möchte!

 

♥Es ist unsere Lebenskraft , die sich ausdrücken möchte!

 

Erlaube Farbe in Dein Leben und lade Deine Seele ein, mit Dir zu malen.

Und wenn es nur 1 Stunde jede Woche ist: Mach einen Termin für Dich, und erinnere Dich daran: "Du hast ein Date mit Deiner Seele"♥.

 

PS: Und wenn Deine Sehnsucht Holzschnitzen, Kräutersalze herstellen, singen, häkeln oder Kuchen backen ist - tausche die Worte "Farben" und "malen" in meinem Appell dann einfach entsprechend aus :-).

 

♥Herzlich,

 

Elke Ulrike