Die Liebevolle Pause - Karten (2): Stille erlauben

 

Die "Liebevolle Pause"-Karten sind mein Herzensprojekt.

 

In dieser neuen Reihe in meinem Blog stelle ich Dir einzelne Hauptdarsteller des Kartensets sozusagen persönlich vor: Die Karten und ihre wunderschönen Begleiter aus der Natur!

  

Gleichzeitig erhältst Du Impulse, wie Du die Karten anwenden kannst.

 

Heute stelle ich die Liebevolle Pause - Karte "Stille erlauben" vor.

 

Begleitet wird sie von der weiß-rosaroten Waldrebe (Clematis).

 

Sehnsucht nach Stille ... und draußen der Lärm

Was bedeutet Stille?  …und was bedeutet sie für MICH?

 

Stille hat einerseits für mich damit zu tun, dass "keine lauten oder unangenehmen Geräusche" auf mich einwirken. Ziemlich genau so wird es auch in Wikipedia zitiert - ich habe beim besten Willen keine andere, sprich bessere Umschreibung gefunden. Wann etwas "laut oder unangenehm" empfunden wirkt, ist natürlich für jeden anders. Damit verbunden ist ein ruhiges, zufriedenes, geborgenes Gefühl.

 

Für mich kann Stille durchaus Naturgeräusche, wie z.B. Volgelzwitschern oder leichtes Wasserplätschern beinhalten. Was mir gerade noch in den Sinn kam, war die Stille eine sehr warmen Sommertages - wo immer mal wieder Hummeln oder Bienen vorbeibrummen und -summen, die Grashüpfer zirpen. Das erlebe ich ebenso als Stille. Oder kürzlich, am Meer, das stetige strömen von normalen, leichten Wellen - ich erlebte dort ein Gefühl von Stille - obwohl das Außen nicht völlig still war. 

 

Die Außen-Stille meiner Kindheit -ich bin recht naturnah aufgewachsen und viel draußen unterwegs gewesen- gibt es hier im eigenen Garten derzeit leider nicht so oft, wie ich mir das ersehne. Wir wohnen nahe einer viel befahrenen Straße, die beim Bau des Hauses einst eine kleine, langweilige, wenig benützte Verbindungsstraße war. Also marschiere ich gerne zu manchen Zeiten durch einen der nahe gelegenen Wälder, oder über Felder, um dort Stille zu tanken. Doch sogar da höre ich Flugzeuge, Traktoren oder in der Ferne Autos. Wir leben zwar auf dem Land, aber im Einzugsgebiet einer Großstadt und obwohl diese 25 km entfernt ist, scheint mir, ist einfach immer noch mehr los, als in Gegenden, die etwas dünner besiedelt sind.

 

Vor fast zwanzig Jahren, als mein Mann und ich in Australien unterwegs waren, wollte ich immer an ganz naturnahen Campingplätzen halten. Als wir einen sehr idyllischen Platz gefunden hatten - war ich entsetzt, als dort abends jemand die Elektrogitarre anstöpselte und loslegte :-). Oder wenn an Plätzen, die atemberaubende Ausblicke boten, Menschen mit lauten Gesprächen in der Gruppe vorbeizogen.  Auch heute kommt mir in den Sinn, dass manche Menschen möglicherweise Stille nicht so gut "aushalten".

 

Nun kommt noch hinzu, dass ich nicht nur feinfühlig, sondern damit verbunden auch recht "hellhörig" bin - weshalb mich manche Geräusche schon sehr schnell irritieren. Im Alltagsleben führt es schnell zu Reizüberflutung. Auch wenn ich gelernt habe, damit zu leben (auch Ohrstöpsel sei dank!) - der Aufenthalt in stiller Natur ist auch daher jedesmal Balsam für mich.

Endlich Stille ... und Action im Verstand

Habe ich dann eine stillen (äußeren) Ort gefunden, mich hingesetzt und atme  - höre ich an manchen Tagen erst mal lautstark, wie es in meinem Verstand rumort! Musik läuft - ja, ganz recht, ich komme mir manchmal vor, als hätte ich mein eigenes Radio im Hirn. An manchen Tagen gibt es richtige Musik-Ohrwürmer und an anderen Tagen kann es schon mal ganze Diskussionsrunden von inneren Anteilen geben. 

 

Vielleicht kennst Du das ja von Dir und nickst gerade sehr verständnisvoll - oder Du schüttelst ungläubig den Kopf :-).

 

Ja, der Verstand ist sehr, sehr aktiv - und spult auch gerne Alltagsgespräche neu ab, aktiviert Erinnerungen oder versucht, Dinge aufzulisten. Das kann sehr hilfreich sein - in manchen Situationen jedoch, wo ich längere Zeit verschiedene Dinge parallel zu bearbeiten hatte , das ganze dann noch unter Zeitdruck, wird er wie ein Schwungrad, das nicht mehr so einfach anhalten kann. Dann wird es für mich Zeit, inne zu halten, weich und liebevoll zu ATMEN und/oder meinen Körper zu bewegen. Das bring mich raus aus dem Verstand - und hinein in die Stille des Jetzt. Ich kann das ganz gut beschreiben, als ob ich mich vorher in einem Raum voller Menschen bewegt hätte. Menschen, die sich eher am äußeren Bereich eines Raumes aufhalten. Zunächst laufe ich herum und höre diesem zu und jenem, sie schreien mir gerne noch ins Ohr- aber wenn ich beschließe, dann in die Mitte des Raumes zu gehen, mich dort auf meinen schönen Stuhl zu setzen und ganz bei mir zu bleiben, dann treten die Gespräche in den Hintergrund. Die Gespräche werden leiser und es kehrt nach und nach Ruhe ein. Das Gefühl der Stille kann sich ausdehnen.

 

Und fast immer sehne ich mich sehr nach DER Stille. Nach dieser tiefen Stille, in der ich durchatmen kann, nichts muss oder soll und nichts entscheiden muss. Wo Ängste keinen Raum haben. Die Stille, die mich nährt und trägt und stärkt und einfach sein lässt.

"DIE Stille" im Inneren

In manchen Krisensituationen in meinem Leben habe ich eine tiefe innere Stille erlebt, die mich nicht nur getröstet und gehalten hat, sondern mir auch Klarheit brachte, was jetzt genau zu tun (oder nicht zu tun) ist. Das waren manchmal nur Momente, vielleicht Minuten.

 

Sie wirkte wie das Auge im Sturm. Nach Phasen von Chaos und unangenehmen Gefühlen - plötzlich diese innere Stille und Klarheit. Für mich völlig unerwartet - aber aufgrund der erlebten äußeren Umstände auch unglaublich stark fühlbar und unterscheidbar. Und so tragend und nährend - dass ich mich seither danach sehne. Nein, ich sehne mich keinesfalls mehr nach solchen Krisen - danke, nicht freiwillig :-) - aber heute kann ich sagen: Erst dadurch war ich in der Lage, wahrzunehmen, dass es diesen tiefen Ort der Stille IN MIR gibt. 

 

Und ab dann habe ich geübt, freiwillig Kontakt zu dieser Stille aufzunehmen. Du liest richtig: Geübt. Das sind wir nämlich alle nicht gewohnt, einfach so zur Stille nach "Innen" zu gehen.

 

Die Sehnsucht danach war so stark. Und mir wurde klar, dass diese Stille, die ich in freier Natur so genieße (und vermutlich als Kind, als ich spielte, ich sei ein Indianer, der durch die Wälder streift, schon in Kontakt damit war), ein Wiederhall, eine Erinnerung, ja, ein Funken dieser tiefen inneren Stille ist. Der freien, großen, nährenden Stille aus dem Zentrum unserer Quelle. Aus dem stillen Mittelpunkt unseres Daseins.

 

Und jetzt habe ich keine weiteren Worte mehr dafür. Ich glaube, wenn Du sie schon erlebt hast, und sei es nur für ein paar Minuten, dann weißt Du, wovon ich spreche. Und wenn Du sie noch nicht erlebt hast, Dich meine Worte aber berühren, dann weißt Du im Grunde auch, worum es geht - denn es ist in jedem von uns. Und die Schwingung in diesen Worten hat Dich längst erreicht.

Die Stille erlauben

Ich bin also schon in totaler Stille der äußeren Umgebung gesessen - und habe in mir unglaublich Lärm vernommen.

Ein andermal bin ich schon in lärmvoller Umgebung (mitten in einem vollen Fast-Food-Restaurant) gesessen und habe verblüfft "Stille" erlebt.

 

Trotzdem ist es im Zweifel eher so, dass es mir hilft, wenn die "Außen-Geräusche" beruhigt sind, um dann erst wirklich nach Innen zu sinken und in Kontakt mit der inneren Stille zu kommen. 

 

Seit ich diese starken Erlebnisse mit der "inneren Stille" jedoch hatte - habe ich immer mehr Vertrauen dazu gewonnen und selbst, wenn ich gerade in Streßwirbel geraten bin (wie z.B. gerade das letzte Halbjahr) - weiß ich doch mittlerweile: Da gibt es diese Qualität in mir - und die geht nicht weg.

 

Sie ist immer da. Sie wartet nur darauf, dass ich sie in mein alltägliches Leben erlaube. Und wenn ich ihr einige Zeit ausweiche -wie die Leute, die die Elektrogitarre mitten in der Wildnis auspackten- dann bleibt sie trotzdem.

 

Sie ist immer da, bis ich sie .... erlaube. 

 

Und genau das werde ich über diesen Jahreswechsel endlich wieder tun. Vielleicht kann ich genau deshalb, weil ich es so deutlich wieder fühle, gerade jetzt diesen Blogbeitrag so schreiben.

 

Weil ich selbst gerade wieder spüre, wie wichtig es für mich ist, diesen Ort, diese Qualität der inneren Stille, in meinem Lebensalltag zu erlauben. Mir Zeit zu geben, darin einzutauchen und damit auf meine Weise zu sein. SEIN, wie ich bin.

 

 

(PS: Und natürlich kann jemand, der aus vollem Herzen Elektrogitarre spielt, dies in einem Zustand völliger innerer Stille tun! :-) )

 

Die "Liebevolle Pause-Karte": Stille erlauben

Es geht bei den "Liebevolle Pause"-Karten nicht darum, Stille mental zu definieren - sondern um unser inneres Fühlen.

 

Erlaube Dir daher bitte, die Beschreibungen nach Deinen eventuellen ersten "Aha-Effekten" auch wieder loszulassen. 

Es ist auch nicht nötig, während Du damit atmest, das "Stille erlauben" permanent zu wiederholen. 

Öffne Dein Herz für die Botschaft

Nimm einen tiefen Atemzug. Atme weich. 

 

Nimm die Naturschönheit der Karte wahr.

 

Lass die Botschaft der Karte insgesamt auf Dich wirken und öffne Dein Herz dafür.

 

Erlaube Dir, das "Stille erlauben" zu fühlen. 

 

Atme weich.

Atmen, Beobachten und ... Erlauben.

Wenn kritische oder abwertende Stimmen in Dir aufkommen, beobachte die Stimmen nur.

Beobachte die Gefühle in Dir. Bleib bei Dir, so, wie Du einen lieben Freund begleitest, und beobachte.

 

Atme weich und lass alles da sein.

Die innere Stille. Die äußere Stille. Deine Gefühle, die Dich bewegen, wenn Du Dich der Stille fühlend näherst.

 

Stille erlauben

Atme und fühle. 

 

...und schau mal, ob Dir die Idee gefällt, die Stille Deiner Quelle zu erlauben. 

 

Lass Dich im Alltag liebevoll begleiten

Wenn es Dir gut tut, nimm die Karte mit in Deinen Alltag und stelle sie an einen Platz, wo Du sie gut siehst. 

So kann sie Dich in Deinem Alltag liebevoll begleiten. Und Du kannst Dich immer mal wieder mit einem Atemzug mit

ihr verbinden - und erlauben...

 

Die "Liebevolle Pause"-Karten sind ein 134-teiliges Kartenset, das ich entworfen und komplett selbst gestaltet habe.

Wenn Du magst, kannst Du HIER mehr darüber erfahren.

 

Herzlich,

 

Elke Ulrike