Ein Liebevolles Mal-Ritual: Die Leichtigkeit einladen

Vielleicht erinnerst Du Dich an Deine eigene Kindheit oder hast es bei Deinen oder anderen Kindern schon gesehen: 

 

Kinder malen (auch), was sie sich wünschen oder wonach sie sich sehnen

 

Einfach malen, was wir uns wünschen oder wonach wir uns sehnen:

 

Klingt das nicht wunderbar magisch?

 

Wie wäre es, wenn wir uns das auch (wieder)erlauben?

 

 

Meine magische Idee für Dich

Wenn ein Kind malt, wonach es sich sehnt, können das erkennbare Dinge sein, wie das "Baumhaus in der Eiche im Garten" oder "mit Mama und Papa Eis essen gehen" oder aber auch wirbelnde, gemischte Formen, die nur das Kind deuten kann. Für das Kind ist das alles magisch und völlig klar zugleich. Das wäre dann die Stelle, wo der typische Erwachsene die Frage stellt "Oh, wie schön...und was ist das denn, was Du da gemalt hast?"

 

Die Sehnsucht und die damit verbundenen Gefühle werden in Farbe übertragen und nehmen auf dem Blatt mehr und mehr Gestalt an.  Die Form gestaltet sich und sie braucht für andere nicht als Objekt erkennbar zu sein. Sie wirkt, so wie auch Musik trotzdem auf uns wirkt, selbst wenn wir den Text nicht verstehen.

 

Malen, was wir uns wünschen und wonach wir uns sehnen: Wie wäre es, wenn wir uns das auch wieder erlauben?

 

Gerade nach den Erfahrungen der letzten Monate, glaube ich, kann jeder von uns so viel wie möglich Leichtigkeit in seinem Leben gebrauchen.

 

Meine magische Idee für Dich ist heute also: Wie wäre es, die Leichtigkeit malend zu Dir einzuladen?

Jenseits von allen Erwartungen können wir alle malen

Falls es jetzt in Dir gerade laut ruft: "Herrjeh- ich? Ich würde ja furchtbar gerne, aber ich kann doch überhaupt nicht malen!", dann halte bitte einen Moment inne und frage Dich selbst: "Wie oft habe ich schon, während ich mit jemandem länger telefoniert habe, Kringel und Kreise und Kreuze auf ein Blatt Papier gemalt?" Tatsächlich? Siehst Du, Du kannst malen :-). Jenseits von allen Erwartungen, Vorgaben und Bewertungen können wir alle malen. Es ist nur eine Facette, eine mögliche Form des schöpferischen, kreativen Ausdrucks. 

 

Das wäre also geklärt, denn das reicht vollauf! Es spielt auch keine Rolle, ob Du lieber mit Farben, Kugelschreiber oder Bleistift malst. Nimm, was Dir jetzt entspricht, was sich gut für Dich anfühlt.

Die Tür für die Leichtigkeit angelehnt halten

Ich habe bei mir selbst die Beobachtung gemacht, dass die Leichtigkeit oft um harte Brocken oder festgefahrene Situationen einfach vorbeifließt und ein andermal kann sie schon auch mal unter diese Brocken geraten. In diesen Momenten ist es wichtig, mich liebevoll daran zu erinnern, dass ich mich in jedem Moment, jedes Mal neu entscheiden kann: "Ja, ich lade die Leichtigkeit zu mir ein. Ja, ich erlaube der Leichtigkeit, zu fließen". Es mag sein, dass ich es in diesem Augenblick nicht fühlen kann, dass da irgendwo Leichtigkeit in mir ist. Vielleicht sagt mir auch mein Verstand, dass es gar nicht leicht werden kann, weil...und weil und weil. Egal, er darf seine Meinung sagen, und ich kämpfe besser nicht dagegen an.

 

Es kann auch etwas dauern, bis sie wieder spürbar wird - aber ich habe den Eindruck, sie kommt lieber, wenn ich sie eingeladen habe. Wenn ich meine Tür nicht verschlossen, sondern nur angelehnt habe für sie. Zu manchen Zeiten erscheint mir die "Leichtigkeit" nämlich wie ein besonders feinfühliger Gast, der sich nicht ungefragt aufdrängen möchte.

 

Ein andermal schwappt sie einfach durch mich hindurch und trägt mich mit. Ein Same, den ich in die Erde gepflanzt habe, wächst ja auch in seinem Tempo und kommt genau dann, wenn das Pflänzchen soweit ist. Also, ist liebevolle Geduld mit sich selbst als innere Haltung sehr hilfreich. (Und ja, an die darf ich mich selbst immer wieder neu erinnern - sie wirkt am besten, wenn die kräftigsten inneren Frust- und Schimpftiraden abgeebbt sind ;-)).

 

Das liebevolle Mal-Ritual: Die Leichtigkeit einladen

Schön und wichtig ist hingegen, dass Du diesmal nicht malst, während Du telefonierst oder während der Fernseher läuft. Es sollte eine kleine Variante der Liebevollen Pause sein: Nimm Dir die Zeit für Dich selbst, such Dir einen ruhigen, kuscheligen Platz, richte Dich dort gut ein. Erinnere dich: Du lädst die "Leichtigkeit" in Dein Leben ein, indem Du sie malend "ins Leben erweckst". Eine gute Gelegenheit, dabei weich und liebevoll zu atmen und sich während des Malens liebevoll zu beobachten:

 

Welche Gedanken, welche Stimmen kommen hoch?

 

• Welche Körperempfindungen zeigen sich?

 

• Gibt es Emotionen dazu?

 

Bleibe in liebevoller, beobachtender Haltung! Male einfach weiter, so wie Du es möchtest! Heute ist kein Elternteil, kein Lehrer, kein Prüfer neben Dir, der Dich beurteilt. Mal einfach drauf los und weiter! Du füllst das Blatt - in Deinem Tempo, in Deinem Rhythmus, mit den Farben und Formen, die durch Dich einfließen. 

 

Und es geht nicht darum, ob das Bild "superschön" wird, sondern dass Du es füllst und es Dich bewegen darf. Es braucht auch keinesfalls alles auf einmal fertig zu werden. Vielleicht malst Du heute einen Bereich und morgen den nächsten? Vielleicht malst Du heute den Hintergrund und morgen erst eine weitere Farbe dazu?  

 

Du kannst das Malen auch mit einer Frage beginnen, z.B.

 

Was bedeutet Leichtigkeit für mich?

 

Wo fühle ich Leichtigkeit in meinem Leben?

 

• Wo wünsche ich mir mehr Leichtigkeit in meiner Lebenssituation?

 

Wie fühlt sich Leichtigkeit für mich an?

 

• Könnte ich der Leichtigkeit erlauben, auf neue Weise zu mir zu kommen?

 

Der Verstand darf das gerne vorab erläutern - aber folge den Gedanken nicht weiter. Lass sie einfach vorbeifließen, wie Blätter, die auf einem Bächlein vorbeitreiben. Richte Deine Aufmerksamkeit immer wieder liebevoll auf das Fühlen und die Bewegungen Deiner Hände, die mit dem Malen und den Farben in Kontakt sind.  

 

Bleib bei Dir, Deinem Körper, Deinen Händen und dem, was Du entstehen siehst. Und falls der Verstand Dich weglockt, kehre einfach wieder hierher zurück: Zu Deinem Körper, Deinen Händen und dem, was Du entstehen siehst. Immer wieder.

 

Die "Leichtigkeit" wird damit in Dir bewegt, auf dem Blatt geformt, fließt durch Dich, durch Deinen Körper, Dein Herz, zu Deiner Seele und wieder zurück. Hin und her. Wie Wellen, die sanft ans Ufer rollen und wieder zurück. Jetzt gießt Du sie mit Deiner liebevollen Aufmerksamkeit. Wie einen Samen.

 

Und erinnere Dich: Das heißt nicht, dass du in dem Moment, in dem Du malst, schon Leichtigkeit verspürst! Das kann so sein, muss aber auch nicht. Setze Dich bitte nicht unter Druck. Du gießt das Pflänzchen so gut Du kannst und es wächst hervor, wenn es soweit ist.

 

Und wenn Du das Blatt oder den Abschnitt dann soweit gefüllt hast, wie Du wolltest, lass es am Ende nochmal auf Dich wirken:

 

Wie fühlst Du Dich jetzt? Was bewegt sich in Dir? Sei wie ein liebevoller Beobachter, nimm es zur Kenntnis und beende Dein Ritual mit einem Dank an Dich selbst.

 

Und dann kehre zu dem zurück, was in Deinem Leben gerade auf Dich wartet.

  

Ich würde mich freuen, wenn Du mir - wann immer Du dieses "Mal-Ritual" für Dich gemacht hast- schreiben würdest, wie es Dir damit geht!

 

Viele schöne Malstunden mit Leichtigkeit und "SeelenFreude" - das wünsche ich Dir!

 

Herzlich♥,

 

Elke Ulrike

 

PS: Auf dem Foto sind drei Karten aus dem Set meiner "Liebevolle Pause"-Karten abgebildet.